Bautrocknung: Feuchte Wände trocken legen

Feuchte Wände gehören zu den häufigsten und schwierigsten Baumängeln und sind längst nicht nur in Altbauten ein echtes Problem. Verursacht wird die Feuchtigkeit im Mauerwerk durch fehlende oder unvollständige Perimeterdämmung im Keller, fehlerhafte Horizontalsperren und weitere Abdichtungsfehler. Für die dauerhafte Bautrocknung ist entscheidend, dass die Ursache beseitigt wird. Dafür gibt es verschiedene Lösungen.

Injektionsverfahren für den Keller

In vielen Fällen ist die Leckage im Keller, also im erdberührenden Bereich der Wände zu finden. Um hier Abhilfe zu schaffen, bietet sich meist das Injektionsverfahren an. Dabei wird über Bohrlöcher eine abdichtende Substanz in das Mauerwerk injiziert. Vorteilhaft an diesem Verfahren ist, dass das Bauwerk nicht statisch belastet wird, wie es beim Austausch von Mauerwerksbereichen oder beim Mauersägeverfahren der Fall sein kann. Dadurch, dass dieses Verfahren auch dann eingesetzt werden kann, wenn nur eine Wandseite erreichbar ist, ist das Injektionsverfahren für die Bautrocknung besonders geeignet. Unterschieden werden verschiedene Methoden:

  1. Die drucklose Injektion:
    Für die sogenannte drucklose Injektion werden schräge Bohrlöcher in definierten Abständen in die Wandeingebracht. Die zähflüssige Abdichtungsmasse verteilt sich so im Inneren der Wand und erzeugt eine möglichst geschlossene Horizontalsperre. Um den Ablauf kontrollieren zu können, werden Vorratsbehälter in Trichterform in die Bohrlöcher geschoben. Die Abdichtungsmasse wird über die Schwerkraft im Mauerwerk verteilt. Problematisch ist bei diesem Verfahren, dass bereits wassergefüllte Kapillaren nicht erreicht werden und die Ausbreitung und Verteilung schwer zu kontrollieren ist. Für die Wirksamkeit darf ein maximaler Durchfeuchtungsgrad von 50 Prozent vorliegen.
  2. Injektion mit Aufheizen:
    Bei der Injektion mit Aufheizen wird die Injektionsmasse oder auch die Wand erwärmt. Eingebracht wird das Material wiederum über Bohrlöcher. Kommt es zu einer frühzeitigen Abkühlung, verliert dieses Verfahren an Wirksamkeit. Bei der Aufheizung von Wänden ist eine Maximaltemperatur von 80 Grad einzuhalten, da ansonsten die Festigkeit beeinträchtigt werden kann.
  3. Niederdruck-Injektion:
    Mit Druck wird bei der Niederdruck-Injektion gearbeitet. Dadurch wird bereits vorhandenes Wasser aus den Kapillaren verdrängt. Die Tränkung der Poren erfolgt schnell und kontrolliert, besonders erfolgreich ist in der Regel die mehrstufige Druckinjektion. Dabei wird eine Silikonmikroemulsion in drei Stufen über die Bohrlöcher ins Mauerwerk eingespritzt. Entscheidend für den Erfolg der Methode: Risse und Hohlräume müssen vor dem Einsatz verschlossen werden.
  4. Schleierinjektion:
    Bei der Schleierinjektion wird eine vertikale Abdichtung nachträglich hergestellt. Bei diesem Verfahren liegt die Abdichtung außen. Über Durchbohrungen wird ein Mehrkomponenten-Gel auf die Außenseite der erdberührten Bauteile aufgebracht, das sich dort verteilt. So können Bodenplatte oder Fundamente nachträglich von außen geschützt werden. Voraussetzung für den Erfolg ist, dass sich das Gel auf der Wandaußenseite ungehindert verbreiten kann.

Das Mauerwerkssägeverfahren

Bei der Bautrocknung im Sägeverfahren wird die Wand abschnittsweise horizontal aufgeschnitten. In den Sägeschnitt wird eine Abdichtung, zum Beispiel aus Polyethylenplatten oder Edelstahl eingebaut. Der Sägeschnitt wird anschließend verpresst. Im günstigsten Fall wird so eine hundertprozentige Absperrung gegen aufsteigende Feuchtigkeit erreicht.

Umstritten: elektrophysikalische Bautrocknung

Sogenannte elektrophysikalische Verfahren sind sehr umstritten. Dabei wird an der Wand ein elektrisches Feld angelegt, das den Flüssigkeitstransport in eine andere Richtung zwingen soll. Zwar ist die physikalische Wirksamkeit des Verfahrens in der Theorie bewiesen, in der Praxis konnte damit aber noch keine Erfolge erzielt werden.

Fragen Sie den Experten:

Logo-PNG (Copy)
www.sanieren.it – www.hafneroswald.com